Kompressor richtig lagern – so bleiben Leistung und Lebensdauer erhalten
Einführung: Warum die richtige Lagerung entscheidend ist
Ein Kompressor ist kein Werkzeug, das man einfach in die Ecke stellt und vergisst.
Falsche Lagerung führt schnell zu Korrosion, Ölalterung, verhärteten Dichtungen oder echten Startproblemen bei der Wiederinbetriebnahme. Besonders ärgerlich: Viele Schäden entstehen still und unsichtbar während der Standzeit.
Richtig gelagert heißt für dich:
- längere Lebensdauer
- geringere Wartungs- und Reparaturkosten
- sofortige Einsatzbereitschaft, wenn es darauf ankommt
Dieser Leitfaden basiert auf Praxiswissen aus Industrie, Werkstatt und Service – genau für Anwender aus Maschinenbau, Handwerk und Technik, die ihre Drucklufttechnik im Griff haben wollen.
Häufige Fragen zur Kompressor-Lagerung (FAQ)
Wie lange kann ich meinen Kompressor lagern?
Kurz gesagt: Wochen bis mehrere Jahre – wenn die Lagerung korrekt erfolgt.
Ohne Vorbereitung können schon 3–6 Monate Standzeit zu Problemen führen (z. B. Rost im Kessel oder verharztes Öl).
Was passiert bei kalter oder feuchter Umgebung?
- Feuchtigkeit → Rost im Druckluftkessel, elektrische Schäden
- Kälte → Öl wird zäh, Dichtungen härten aus
- Temperaturwechsel → Kondenswasserbildung im Inneren
Gerade unbeheizte Garagen oder Hallen sind kritisch.
Wie lagere ich den Kompressor im Winter oder Sommer richtig?
- Winter: frostfrei, trocken, Kondensat vollständig ablassen
- Sommer: keine direkte Sonne, Temperaturen unter 40 °C halten
Muss ich Öl, Luftfilter oder Keilriemen prüfen?
Ja – unbedingt.
Diese Komponenten entscheiden maßgeblich über eine problemlose Wiederinbetriebnahme.
Optimale Lagerbedingungen im Überblick
Temperatur
✔ Ideal: +5 °C bis max. 40 °C
✘ Frost, extreme Hitze oder schnelle Temperaturwechsel vermeiden
Luftfeuchtigkeit
✔ Trocken & kondensatfrei
✘ Feuchte Keller oder Außenlager ohne Schutz
Tipp aus der Praxis: ein einfacher Feuchtigkeitssensor spart später viel Ärger.
UV- und Witterungsschutz
Direkte Sonneneinstrahlung schädigt:
- Kunststoffteile
- Schläuche
- Dichtungen
Immer abdecken oder schattig lagern.
Boden & Stand
- fester, ebener Untergrund
- keine Schräglage → sonst Ölwanderung im Verdichter
Verpackung
✔ Originalverpackung ideal
✔ Alternativ: atmungsaktive Abdeckung (keine dichte Folie!)
Praxis-Tipp: Kompressor richtig einlagern – Schritt für Schritt
So machst du es richtig:
- Kompressor ausschalten & vom Strom trennen
- Kondenswasser vollständig ablassen
- Ölstand prüfen (bei längerer Lagerung: Ölwechsel)
- Luftfilter reinigen oder ersetzen
- Keilriemen entspannen (falls vorhanden)
- Verdichter-/Motorwelle monatlich drehen
ca. 5 Umdrehungen in Drehrichtung - Geeigneten Lagerort prüfen
trocken, stabil, geschützt - Optional: Korrosionsschutzspray für metallische Außenflächen
Spezialsituationen
Kompressor über Winter lagern
- Garage nur geeignet, wenn trocken & frostfrei
- Keine Außenlagerung ohne Isolierung
- Kondensat ist hier der größte Feind
Längere Stilllegung (Monate oder Jahre)
Empfohlen:
- Ölwechsel vor der Lagerung
- Ansaugöffnung verschließen
- Konservierung laut Herstellerangaben
- Regelmäßige Sichtprüfung
Transport & Zwischenlagerung
- Immer aufrecht transportieren
- Nach Transport: 24 Stunden ruhen lassen, bevor er wieder gestartet wird
Häufige Fehler bei der Lagerung – und wie du sie vermeidest
❌ Zu hohe Luftfeuchtigkeit
→ Rost im Kessel, Kontaktprobleme
✔ Lösung: trockener Raum, ggf. Entfeuchter
❌ Welle nie bewegen
→ Lagerschäden, festsitzender Verdichter
✔ Lösung: monatlich manuell drehen
❌ Keine Abdeckung
→ Staub, UV-Schäden, Feuchtigkeit
✔ Lösung: atmungsaktive Schutzhaube
❌ Falsche Lagerposition
→ Öl läuft in Zylinder oder Ventile
✔ Lösung: immer aufrecht lagern
Bonus: Checkliste „Kompressor richtig lagern“
Kostenlose Checkliste zum Download:
- alle Schritte kompakt
- ideal für Werkstatt & Halle
- perfekt für längere Standzeiten
Download kostenlose Checkliste
Fazit: Langlebigkeit beginnt bei der richtigen Lagerung
Ein Kompressor dankt es dir, wenn du ihn fachgerecht lagerst.
Mit wenig Aufwand sicherst du dir:
- längere Standzeiten
- weniger Reparaturen
- verlässliche Leistung bei der Wiederinbetriebnahme


